Die Asiatische Hornisse breitet sich weiter aus!
Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina nigrithorax) ist eine invasive gebietsfremde Art und hat sich seit 2023 massiv in Baden-Württemberg ausgebreitet.
Sie ist ursprünglich in Süd-Ost Asien beheimatet und wurde über Warentransporte nach Europa eingeschleppt. In Deutschland wurde sie erstmals 2014 nachgewiesen.
Warum muss sie bekämpft werden?
Die Asiatische Hornisse kann insbesondere Schäden an Honigbienenvölkern und Wildbienen, aber auch im Obst- und Weinbau verursachen.
Im Frühjahr baut die Asiatische Hornisse kleine Primärnester an geschützten Stellen (z.B. an Decken von Garagen und Gartenhäuschen).
Im Lauf des Sommers werden bis zu einem Meter große Sekundärnester gebaut. Die Hornissen bauen ihre Nester überall, hoch oben in Laubbäumen, Nadelbäumen oder auch in oder an Gebäuden, auch in Büschen und Hecken können sich die Nester befinden. Die Nester in den Bäumen werden oft erst sichtbar, wenn im Herbst die Blätter fallen.
Die Art verhält sich grundsätzlich wenig aggressiv und Stiche sind vergleichbar mit denen der heimischen Europäischen Hornisse oder Wespen, dennoch kann es in Einzelfällen zu allergischen Reaktionen kommen. Von Nestern sollte Abstand gehalten und diese nur von Personen mit Fachkenntnis und Schutzausrüstung entfernt werden, um Attacken und Stiche zu vermeiden.
Wie unterscheide ich die europäische von der asiatischen Hornisse?
Es gibt ein paar einfache Merkmale, an denen man die heimische und streng geschützte von der eingewanderten Art unterscheiden kann:
Besonders auffällig ist die unterschiedliche Körperfärbung: Während bei der Europäischen Hornisse der Kopf rötlich bis schwarz gefärbt ist, hat die Asiatische Hornisse einen schwarzen Kopf mit orangener Stirn.
Der Thorax der Europäischen Hornisse ist rotbraun mit einer schwarzen, v-förmigen Zeichnung. Dagegen ist der Thorax der Asiatischen Hornisse einfach schwarz.
Auch ihr Hinterleib ist dunkler als der der heimischen Art. Die vorderen Segmente sind schwarz und nur die Spitze ist orangegelb gefärbt. Bei der europäischen Art sind hingegen die vorderen Segmente rotbraun und schwarz und zur Spitze hin weist sie die wespentypische schwarze Zeichnung auf gelbem Grund auf.
Während die Europäischen Hornisse dunkle Beine hat, ist die Asiatische Hornisse gut an ihren gelben Beinen zu erkennen.
Was kann ich tun? Sichtungen melden!
Melden Sie Sichtungen von Einzeltieren und Nestern über die Meldeplattform der Landesanstalt für Umwelt. Dies kann über die Homepage der Landesanstalt für Umwelt (LUBW) oder über die kostenloste „Meine Umwelt-App“ erfolgen.
Die Landesanstalt für Bienenkunde der Universität Hohenheim (LAB) prüft die eingehenden Meldungen und gibt bei Nestfunden den Meldenden weitere Instruktionen und unterstützt bei der Vermittlung von sachkundigen Personen für die Nestentfernung.
Für die Beseitigung von Primärnestern im Frühjahr hat das Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR) Finanzmittel zur Verfügung gestellt, welche durch den Landesverband Badischer Imker e.V. verwaltet werden. So können pro Entfernung eines Primärnestes durch eine sachkundige Person 60 Euro auf Nachweis ausgezahlt werden. Nester mit Arbeiterinnen sollten ausschließlich von sachkundigen Personen mit Schutzausrüstung entfernt werden, da eine Stichgefahr droht!
Weitere Infos und Links
Weitere Informationen zur Asiatischen Hornisse und wie sich die Art von heimischen Insekten unterscheiden lässt, finden sich auf der Homepage der LUBW sowie mit weiteren Details zu Nestern und der Nestentfernung auf der Homepage der Landesanstalt für Bienenkunde der Universität Hohenheim.
Alle relevanten Informationen zur Asiatischen Hornisse finden Sie auch auf einem kompakten Informationsblatt der Landesanstalt für Bienenkunde.
